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Ist die reine E-Mail-Archivierung eine Sackgasse?

Der "Compliance"-Druck und die ständig steigende Flut von E-Mails haben dazu geführt, dass am Markt zahlreiche kleinere und größere Systemlösungen zur Archivierung von E-Mails angeboten werden. Ist dies jedoch der richtige Weg? Führen solche Lösungen zu Informationsinseln? Systeme, die nur auf die reine Archivierung von E-Mails zur Entlastung von Bürokommunikationssystemen wie Outlook, Notes oder anderen ausgelegt sind, können sehr schnell eine Sackgasse darstellen. Den Blick nur auf die Speicherung von E-Mail zu richten, verstellt außerdem die Sicht auf das generelle Problem eines übergreifenden Informationsmanagements im Unternehmen. E-Mail ist nur ein Informationstyp unter vielen. Er ist schwach strukturiert, weitgehend unkontrolliert und die ordnungsgemäße Speicherung und Zuordnung ist im starken Maße von der Disziplin der Mitarbeiter abhängig.

E-Mails transportieren Informationen zu Prozessen und Prozessschritten. Die gemeinsame Verwaltung aller zu einem Prozess gehörenden Informationen und Dokumente ist zwingende Voraussetzung für die Transparenz und Steuerung von Prozessen. Da vielfach wichtige Informationen nur noch per E-Mail ausgetauscht werden, wären Projektdokumentation und Geschäftsprozesse nicht mehr oder nur sehr umständlich nachvollziehbar. Besonders wenn man mit Workflow- und Collaboration-Software Prozesse steuern und kontrollieren will, ist es unerlässlich, relevante Informationen und Dokumente in diesen kontrollierten Umgebungen zu überführen. Wenn die Sachbearbeiter den Workflow per E-Mail "umgehen", können die Vollständigkeit und die Aktualität zu elektronischen Vorgängen nicht mehr gewährleistet werden. E-Mail ist der natürliche Feind von kontrolliertem Workflow. Die Speicherung und Verwaltung von internen und externen E-Mails darf daher nicht isoliert geschehen, sondern muss sich in die übergreifende Verwaltung von Information im Unternehmen nahtlos integrieren.

Ist hier ILM, Information Lifecycle Management, die ultimative Lösung, wie von den Anbietern von Speichersystemen versprochen? Mit dem neuen Akronym ILM werden den Anwendern neue Speichersystemlösungen angedient, die allen Anwendungen gegenüber einen transparenten Speicherort anbieten, den Lebenszyklus aller Information verwalten wollen und jedwede Information aus jedwedem System entsprechend ihrem Wert auf dem jeweils günstigsten Speichermedium ablegen. Das Problem ist, dass ILM nicht vom Inhalt einer Information ausgeht, sondern vom Datentyp, vom Speicherort oder auf Grund der Herkunft einer Information die Speicherung organisiert.

Der richtige Ansatz ist eine Enterprise-Content-Management-Strategie, die die Zuordnung, Analyse, Verwaltung, Wandlung, Speicherung und Bewahrung als eine Eingangsquelle für Information integriert und andererseits moderne intelligente Speichersubsysteme als Ablageorte effizient nutzt. Nur Komponenten von ECM-Lösungen wie klassisches Dokumenten-Management, Records Management, Workflow oder Business-Process-Management erlauben die Zuordnung der Information entsprechend ihres Inhalts zu elektronischen Akten und Prozessen. Nur ein ganzheitlicher Ansatz bietet die Sicherheit vor schwer integrierbaren, isolierten Informationsinseln. Durch die übergreifende Sichtweise und dem Ansatz alle Informationen in die Verwaltung einzubeziehen, lassen sich unternehmensweite Lösungen für die Prozessunterstützung und die Einhaltung von Compliance-Anforderungen realisieren.

Systeme ausschließlich zur Verwaltung von E-Mails zu schaffen, ist daher deutlich zu kurz gesprungen und führt in eine Sackgasse. Die Lösung ist in Enterprise-Content-Management-Systemen zu sehen, die E-Mail als wichtige, aber eben nur als eine von vielen Facetten integrieren.


Fazit

Inzwischen ist es soweit, dass das Thema E-Mail-Archivierung den Absatz professioneller, ganzheitlicher ECM-Lösungen beeinträchtigt. Viele Anwender tun sich aber keinen Gefallen, separate Archive nur zur Speicherung von E-Mails anzuschaffen. Schnell entstehen Informationsinseln, die dann später auf Grund der Menge der gespeicherten Mails und Attachments nur noch schwer in ein Unternehmensarchiv zu migrieren sind. Und es gibt gerade im Billig-Segment noch eine Reihe von Qualitätsunterschieden, z.B. fehlende Posteingangs- und Postausgangsbücher mit Zeitstempeln, unzureichende Wahrung des Zusammenhanges zwischen E-Mail-Körper und aufgelösten Attachments, Erkennen von redundanten Kopien und Ermittlung des "Originals", Behandlung elektronisch signierter Dokumente im Sinne einer virtuellen Poststelle mit Prüffunktion, funktionierende automatische Erkennung und Zuordnung, sowie Strategien zur langfristigen Bereitstellung der Informationen mit Rendition-Management, Viewern und Migrationswerkzeugen.

Auch im Bereich der E-Mail-Archivierung bleibt viel zu tun und häufig ist dann eine etwas kostspieligere Investition in eine ECM-Plattform doch langfristig der sicherere Weg.

Auch hier haben wir die richtigen Lösungen parat. Sprechen Sie mit uns.

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